„Die Konstante in der Fotographie erkennt man durch

eine konkrete, wesentliche Philosophie.“
Ich beschäftige mich bereits seit über 40 Jahren mit der Fotografie.
Angefangen hat alles mit einer ersten Kamera, welche ich von meinem Vater bekam. Es war eine kleine Kodak Retina, aus heutiger Sicht eine Museumskamera. Für SW-Kleinbild-Negativfilme im Format 24 x 36 mm war die Kamera allerdings ideal. Die Belichtungseinstellungen waren manuell, eine moderne Automatik gab es noch nicht. Um korrekte Parameter für Blende und Zeit zu ermitteln, war ein Belichtungsmesser im Einsatz. Entwickelt wurden die Negativfilme dann in der heimischen Küche und unserer Abstellkammer, da dies der einzige fensterlose Raum in unserer Hochhauswohnung war.
Das Entwickeln der Negativfilme war vom Aufwand her noch übersehbar, das anschliessende Vergrössern auf Fotopapier gestaltete sich aufgrund der Platzverhältnisse jedoch fast schon zum Abenteuer. In meinem Kinderzimmer wurde auf einem Tisch das Vergrösserungsgerät und die 3 entsprechenden Schalen für Entwickler, Fixierer und Wasser aufgestellt. Für die Schlusswässerung der Bilder musste die Badewanne herhalten. Getrocknet wurden die Bilder auf einem historischen Bildtrockner, wobei für jeden Trocknungsvorgang nur 2 Bilder aufgewalzt werden konnten. Durch diesen immensen Aufwand mit Aufbau- und Abbau wurde die SW-Fotografie jedoch sehr bald durch Dias abgelöst. Auch kaufte ich mir dazu eine neue Kamera, eine CANON AE-1 Program. Dies war mein erster Berührungspunkt mit CANON. Durch diesen Umstieg erleichterte ich mir das Fotografieren, musste jedoch aufgrund der vorhandenen Belichtungsautomatik mit Av/Tv in der Kamera auch viel dazulernen, damit ich wieder brauchbare Bilder hinbekam.
Mit der neuen analogen Kamera versuchte ich mich dann auch erstmals in der Nachtfotografie. Ausgerüstet mit Stativ und Fernauslöser erstellte ich die ersten Sternstrichspuraufnahmen. Viele Experimente mit Diafilmherstellern folgten, bis ich zum Kodak Ektachrome E100 kam. Für Nachtaufnahmen der absolut geeignetste Film.  Als Tageslichtfilm, besonders in den Bergen habe ich mich dem Agfa CT100 verschrieben.

Während Abitur, Bundeswehr und Studium ruhte die Fotografie, bis ich 1995 zum ersten Mal wieder meine CANON AE-1 in die Hand nahm. Während meiner Leidenschaft, dem Bergsteigen, war sie wieder mein ständiger Begleiter. Dazu habe ich mir ein schönes 50 mm FD-Festbrennweitenobjektiv geleistet. Da es die AGFA CT100 Filme nicht mehr gab, bin ich auf Farbnegativfilme, wie den Fuji Provia, umgestiegen. Während diverser Bergtouren habe ich meine ersten Panoramabilder fotografiert. Die bis zu 15 Einzelbilder hab ich einfach passend übereinandergeklebt.

Im Jahre 2005 bin ich dann auf Digital umgestiegen. Die CANON EOS 5D war meine erste digitale Spiegelreflexkamera, dazu ein 24-105 mm Zoomobjektiv. Mit der Digitaltechnik ließen sich natürlich hervorragende hochauflösende Panoramen in HDR-Technologie erstellen. Ein 5,50 Meter breites, auf Stoff ausgedrucktes Panorama vom Hochgrat in den Allgäuer Alpen ist im Rathaus in Blaustein zu sehen.

Im Herbst 2017 hat Sony die Alpha 7 R III vorgestellt. Der Verkauf meiner gesamten Canon-Ausrüstung war schnell vollzogen, und im November 2017 hatte ich dann zu ersten Mal eine Spiegellose Systemkamera mit Vollformatsensor in der Hand. Ein Traum. Das war für mich die neue "Leichtigkeit" des Fotografierens. Und dazu natürlich wieder ein 50 mm Festbrennweitenobjektiv. Diesmal ein ZEISS T*. Der elektronische Sucher dieser spiegellosen Kamera bietet bei extremen Lichtverhältnissen riesige Vorteile gegenüber dem Dachkantprisma einer Spiegelreflexkamera. Durch die Zebraeinstellung im Display lassen sich überbelichtete Bereiche einfach vermeiden. 

Copyright 2020 - Jochen Gerlach
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